Luitpoldblock

Chronik

Kurz vor dem Millennium fliegen auf der Brienner Straße Tausende Luftballons in den Himmel. Ein erfolgreiches Unternehmen, das München auf dem Weg zur Bayerischen Landshauptstadt und zur Weltstadt mit Herz begleitet hat, feierte:

185 Jahre Luitpoldblock
111 Jahre Cafe Luitpold
10 Jahre Palmengarten

Die Geschichte beginnt 1812. Joseph von Utzschneider (1763 - 1840) baut außerhalb der Stadtmauer ein gewaltiges Geviert. Im Grundriss bis heute kaum verändert, entsteht ein viergeschossiger Haupttrakt im Stile des Frühklassizismus. Mit Brauerei, mechanischer Werkstätte von Liebherr und Werner, einer Tabakfabrik, lithografischen Anstalt, Glasmalerei und dem optischen Institut von Fraunhofer etabliert sich hier ein Branchenmix, von dem niemand ahnt, dass dies eine erfolgversprechende wirtschaftliche Form der Zukunft wird.

Nach der Utzschneider-Ära tauchten verschiedene Eigentümer auf, bis letztendlich Architekt Otto Lasne das Bauwerk von 1886 bis 1887 in eine gravitätische Neurenaissance-Immobilie umwandelte. Aber alle Welt sprach nur noch vom Einbau des Palastcafés, einer faszinierenden Raumkulisse aus Sälen, Hallen und Gängen für gut 1.200 Gäste: Das Café Luitpold war entstanden.

Was für Paris das Café de la Paix, für Berlin das Kranzler und für Wien das Sacher war, gab es fortan auch in München. Viele Gäste priesen die grandiose Inszenierung sich steigernder und ergänzender Räume mit Elementen von Renaissance, Barock und Rokoko als das allerschönste Kaffeehaus der Welt. Die Säle waren mit Plastiken, Brunnen, Spiegeln und Gemälden verschwenderisch wie Königsgemächer ausgestattet. Von Stund’ an war das Luitpold en vogue.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Luitpold zum europaweit berühmten Konzertcafé. Selbst im Zweiten Weltkrieg gastierten noch Orchester aus dem neutralen Ausland. In den letzten Kriegsmonaten ging der Feenpalast in Flammen auf. Der Wiederaufbau erfolgte schrittweise. Ab 1948 gab es wieder ein Café, aber die Welt kam für den Luitpoldblock erst ab 1960 wieder in Ordnung.

Die neuen Eigentümer, Marika Buchner, geborene Zechbauer und ihr Mann, der Kaufmann und Konditormeister Paul Buchner, starteten eine umfangreiche Revitalisierung des Luitpoldblocks. Das Cafe ist wiedererstanden. Neu. Anders. Modern. Mit Grill-Restaurant und großem Confiserie-Laden im Stil der Zeit. Ständige Umbauten und neue Inhalte gipfelten 1981 im begehrten Prädikat der internationalen Presse: Das Cafe Luitpold gehört zu den zehn besten Kaffeehäusern der Welt.

Beste Geschäftsadresse

Der Luitpoldblock beweist sich weiterhin als lebendiges Stück München. Akzente setzten Ende der 1980-er Jahre der Umbau in Ladenpassagen, Galleria und Palmengarten. Das Cafe Luitpold hat sich der Zeit angepasst und ist mit zeitgemäßer Architektur nach wie vor die erste Adresse an der Brienner Straße, wo man sich im Boulevard-Café trifft, im Palmengarten den Mittagstisch nimmt, im Cafe-Restaurant vom Frühstück bis zum Abend köstlich verwöhnt und umsorgt wird. Hinter den Kulissen, in den oberen Etagen, bündelt sich internationales Business. Weltweit tätige Anwaltskanzleien, Notare, Anlage- und Unternehmensberater, Ärzte aller Fakultäten schätzen die Infrastruktur des Unternehmens.

Die Abbildungen zeigen einen Streifzug durch die Geschichte: Der Wittelsbach'sche Fürstenweg – heute Brienner Straße – mit Blick auf das Hofgartentor um 1830, rechts der Luitpoldblock. Prachtvolle Interieurs und Holzdekors schmückten einst das Vestibül, eine zweischiffige Halle mit Deckengemälden und Wandfriesen, die den Gast im Café Luitpold ab 1888 empfing. Der Block liegt in Schutt und Asche. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges hielt der Münchner Maler G. Schütz 1947 fest. Das Café Luitpold ist in den 50-er Jahren wieder eröffnet worden, einfach und im Stil des Wiederaufbaus.
Zur Jahrtausendwende präsentierte sich der Luitpoldblock aller Welt als riesiges Geschenkpaket, aufwendig dekoriert mit signalroter Schleife.