Das kleine Museum mit dem großen Erlebniswert:
DIE SAMMLUNG CAFE LUITPOLD


Im Cafe Luitpold an der Brienner Straße geht alles wieder seinen gewohnten Gang: In den Morgenstunden sitzen die Stammgäste an den großen Fensterplätzen, genießen ihr Frühstück und lesen die neuesten Nachrichten, die der Münchner Blätterwald auftischt – Der Umbau ist abgeschlossen und München ist stolz auf sein "neues Luitpold". Gleiches auch bei der Sammlung Café Luitpold: Das Museum zur Geschichte der Kaffeehauskultur hat sich während der Umbauphase ebenfalls eine Pause gegönnt und präsentiert sich jetzt mit neuem Entree, das anstelle des ehemaligen kleinen Museumsladens die Blicke anzieht.

Münchens kleinstes Museum mit dem großen Erlebniswert geht mit neuen Akzenten in sein sechstes Jahr. Wer den gemütlichen Nostalgie-Shop im Palmengarten sucht, wird sich vor einem wandhohen Prospekt des Palastcafés aus 1888 wieder finden. Eindrücklich zeigt es, wie der Historismus seinerzeit Blüten trieb und vermittelt einen Eindruck vom "Raumwunder", das Hans Carossa (1878-1956) in seinem Roman "Das Jahr der schönen Täuschungen" ganz schön zum schwärmen brachte. Als junger Mann, schreibt er, "schritt ich verhaltenen Schrittes durch diese heiligen Hallen, um die Göttinnen, die von den Gewölben lächelten, nicht zu stören."

Nun, die Zeit der schönen Täuschungen – wozu auch das Palastcafé mit 20 Prachtsälen gehörte – ist vorbei. Geblieben sind bezaubernde Erinnerungen und Impressionen einer Kaffeehauskultur, die im Palastcafé an der Brienner Straße Menschen aller Couleur, vieler Nationen und Professionen zusammenführte und ein Stück Geschichte schrieb, das man vor allem in München nicht vergisst.

Unzählige Ereignisse verbergen sich in dem kleinen Museum, das viele Besucher so lieb gewonnen haben, dass sie regelmäßig vorbei kommen. Sie betrachten die Bilder und Dokumente, die eng mit der "guten alten Zeit" verbunden sind, sie vertiefen sich in die Klangwelten von den größten Kaffeehausgeigern, die untrennbar mit der europäischen Kaffee- und Kulturgeschichte verbunden sind wie zum Beispiel Barnabás von Géczy oder Georges Boulanger. Sie freuen sich über die Filme, die von der Konditorenkunst der Luitpold-Bäcker erzählen, selbstvergessen blättern sie in kleinen Backbüchern und sie lassen sich von der Lebensart früherer Generationen verzaubern.

Das Museum berichtet vom Aufstieg des Münchner Palastcafes in der Belle Epoque bis zu seinem Untergang in den Flammen einer grauenvollen Bombennacht, und es begleitet den Besucher in die Gegenwart, in der gerade im Luitpoldblock die zeitge­mäße Begegnung zwischen den Generationen und Nationen neue Wege geht. Beate Bentele

Herzlich willkommen in der Sammlung Café Luitpold
  • Die Sammlung Café Luitpold ist täglich geöffnet von 10 bis 19 Uhr.
  • Der Besuch ohne Führung ist gratis
  • Jeden Dienstag, 11 Uhr ist Führung, Eintritt 3,50 Euro
  • Jeden ersten Dienstag im Monat ist große Führung, die um 10 Uhr mit dem Besuch der Luitpold-Backstube beginnt und gegen 11.30 Uhr im Museum endet, Eintritt 5,00 Euro
  • Führungen für Gruppen ab fünf Personen, kleine Events rund um die Kaffeehauskultur und Kinderführungen mit Quiz, Führungen für Schüler und Jugendliche sowie Themenführungen auf Anfrage und Terminabsprache unter Telefon
    089 24 25 76 79,
    089 24 25 76 72
    01 52 088 399 87
    wir freuen uns auch über Kontakte unter b.bentele@luitpoldblock.de
  • Einmal im Monat bieten wir Backen für Kinder an (mehr)
  • Den Nostalgie-Shop gibt es nicht mehr, an seiner Stelle befindet sich der neue Aufgang zum Museum. Die beliebte Kaffeehausliteratur, die Bilderbücher und die Musiken, die im Museumsshop angeboten wurden, gibt es demnächst in kleinen Auflagen auch im Cafe Luitpold.
  Es gibt wieder ein Vestibül im Cafe Luitpold:
SEHEN UND GESEHEN WERDEN


Auf dem Weg zur Sammlung Café Luitpold, erlebt der Besucher ganz neue Architekturen. Das Cafe Luitpold hat sich verändert. Heißt den Gast herzlich willkommen mit einem Raumerlebnis, das die Zeit das berühmten Palastcafés (von 1888 bis 1944) vor dem geistigen Auge wach werden lässt. Damals betrat man das Kaffeehaus über das holzgetäfelte Vestibül, die noble Eingangshalle mit schlossähnlichen Interieurs. Heute geht's wieder – direkt vom Boulevard – mitten hinein ins Kaffeehausleben ohne den Umweg über eine Einkaufspassage.

So war es auch die Intuition der Architekten Bernhard Demmel und Gerald Hadler aus München. "Typisch für ein Kaffeehaus ist die Öffnung zum öffentlichen Raum", erklärt Demmel und spricht aus, was dem wahren Kaffeehausgänger zu allen Zeiten wichtig war: "Sehen und Gesehen werden. Durch den Rückbau des großen Vordaches öffnet sich das Cafe Luitpold jetzt offensichtlicher nach Außen, das neue Vestibül stellt die Schnittstelle zum öffentlichen Raum dar."

So hat das Cafe Luitpold heute seinen Hautpeingang wieder, mit dem es als eines der größten Palastcafes in die Geschichte Europas einging. Im Sinne eines authentischen Ansatzes schuf das Architekten-Duo ein Vestibül im alten Stile. "Die Säulenstellung und die Deckenausbildung wurden in ihrer Geometrie vereinfacht nachgebaut", erklärt Demmel. Die Materialisierung mit monochromer Farbgebung unterscheide sich bewusst vom Original, "wie wir ein Zitat der Architektur des ursprünglichen Kaffeehauses wollten – keine Reproduktion im Stile eines Disneylands."

Elegantes Entree
Das ist gelungen. Beherrschte einst holzverkleidete kunstvolle Schwere den üppig dekorierten Eingangsbereich (Siehe Postkarte aus dem Jahr 1900), trumpfen heute licht durchflutete Architekturelemente auf. Helle Baumaterialien bestechen mit ihrer lässigen Leichtigkeit. Der weiße Kunststein der Säulen und die helle Decke entsprechen der Heiterkeit eines unbeschwerten Alltages. Spiegelwände knüpfen an die Kaffeehaus-Tradition an, die damals wie heute den Raum vergrößern und Illusionen zaubern, die die Seele zum Lächeln bringen. Das Vestibül ist nur ein Teil gegenwärtiger Münchner Kaffeehauskultur. Erlebenswert ist der gesamte Luitpoldblock mit dem neuen Café, bei dem sich Laden, Bar und Kaffeehaus um ein riesiges, eigens entwickeltes, hochmodernes mehrfunktionales Möbel dreht.

Boulevard-Café
Sogar das Boulevard-Café ist wieder eine Reminiszenz ans ehemalige Luitpold, wo im Mai 1930 das erste Münchner Gehsteig-Kaffee unter Palmen eröffnete. Heute verführt es mit dem Charme von einst: Die roten Tische und roten Stühle sind denen aus 1930 nachempfunden - allerdings ergonomisch ausgefeilt, so dass man stundenlang sitzen kann und sich an den legendären Münchner Spaziergänger Sigi Sommer erinnert, der zu seiner Zeit als Journalist und Autor täglich den Boulevard im Auge behielt und mit einem schelmischen Schmunzeln die Münchner Gesellschaft mit Worten skizzierte, sie liebevoll kommentierte, kritisierte – und sie in seiner Kolumne unsterblich machte. Beate Bentele


Zu den Bildern:

Das neue Vestibül, entworfen von den Münchner Architekten Bernhard Demmel und
Gerald Hadler.
Foto: Christian Hacker

Das Boulevard-Cafe von 1930.
Foto: Sammlung Café Luitpold
  Liebe Kinder, wir bitten um Euer Verständnis, dass wir in diesem Jahr nicht mehr miteinander backen. Alle Termine sind ausgebucht. Wir freuen uns aber, Euch 2012 wieder zu sehen.

Freitag, 20. Januar 2012
Da sind noch Plätze frei. Kleine Backkünstlerinnen und Konditoren, bitte gleich anmelden

Kinder auf süßen Spuren: Teig kneten, Creme rühren, Sahne schlagen, Marzipanblümchen formen, und auch ein bisserl naschen. > mehr

15.00 – 18.00 Uhr, Backstube Cafe Luitpold
Anmeldung: Die KinderKüche München, T 089 - 48 95 41 64
Neu! Termine auch auf Anfrage
Backen für Kinder ist die tolle Alternative für Kindergeburtstage, Kinderparties und besondere Ereignisse für Gruppen ab 8 Kindern oder Jugendlichen. > mehr

Extra Termine auf Anfrage bei Susanne Klug,
T 089 - 48 95 41 64
Mehr Informationen

Pressestelle der Sammlung Cafe Luitpold

Beate Bentele & Jörg Ankermüller
Brienner Straße 11, 80333 München
T 089 / 24 25 76 - 79 oder 24 25 76 - 72
F 089 / 29 13 812
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